fbpx

Solaranlage für den Camper: Wer sie braucht, was sie leisten soll und was sie kostet

Solaranlage Panel

Solaranlage Panel

Ein Wohnmobil steht für Abenteuerfreude und verspricht große Freiheit. Mit einem etwas abgespeckten Haushalt erkundet man rollend neue Ziele, wann immer man möchte. So oder ähnlich verhält es sich zumindest in der Fantasie. Zugegeben, ein Camper als dauerhafte Wohnmöglichkeit ist nicht jedermanns Sache. Doch auch als alternative Urlaubsform für die schönsten Wochen des Jahres üben Wohnmobile großen Reiz auf viele Menschen aus. Doch ganz klar, auch unterwegs möchte man auf die vielen Annehmlichkeiten, die das moderne Leben so bietet, nicht komplett verzichten. Am Abend etwas Fernsehen schauen, sich mit dem Radio auf dem neuesten Stand halten, ein Smartphone oder ein Kühlschrank dürfen es schon sein. All dies sind natürlich Stromfresser, welche der Batterie früher oder später zu schaffen machen. In diesem Fall muss man dann einen längeren Halt in unmittelbarer Nähe einer Steckdose einlegen.

Welche Vorteile bietet eine Solaranlage für den Camper?

Eine Alternative hierzu bietet eine Photovoltaikanlage auf dem Fahrzeugdach. Die Technik hierbei ist grundsätzlich dieselbe wie bei herkömmlichen Solaranlagen auf Hausdächern. Jedoch fallen die Komplexität, die Ausmaße und damit letztlich auch die Kosten deutlich geringer aus. Im besten Fall lässt sich mit einer Solaranlage für den Camper regelrechte Unabhängigkeit von stationären Stromquellen erreichen. In jedem Fall bedeutet eine Solaranlage für den Camper aber eine deutlich längere Betriebszeit der Verbraucherbatterie an Bord.

An dieser Stelle einige Vorteile, die eine Solaranlage auf dem Camper mit sich bringt:

  • Hohe Unabhängigkeit von klassischen Stromquellen. Für das Nachladen der Batterien ist man nicht auf Landstrom angewiesen.
  • Ein mehrtägiger Aufenthalt ist auch fernab von Stell- und Campingplätzen möglich, ohne die Batterien per Lichtmaschine nachladen zu müssen.
  • Bei Fahrzeugen mit einem Euro6-Motor ist das Laden der Aufbaubatterien durch die Lichtmaschine nicht immer ohne Probleme möglich. Diese Aufgabe lässt sich ebenfalls durch eine Solaranlage bewerkstelligen, ohne auf einen Ladebooster ausweichen zu müssen.

Für wen eignet sich eine Solaranlage auf dem Camper?

Generell bietet sich eine Solaranlage für solche Camper an, die regelmäßig Stellplätze für Wohnmobile nutzen, bei denen sich keine Versorgung mit Landstrom umsetzen lässt. Ebenso trifft dies natürlich auf Wohnmobile zu, die bevorzugt abseits von entsprechenden Stellplätzen stehen. Die Ansprüche in Sachen elektrischer Versorgung sind dabei ganz unterschiedlich. Während die einen Camper nur ein oder zwei Stunden am Tag den Fernseher anschalten möchten, wollen andere mit einer autarken Stromversorgung komplett ohne Landstrom auskommen.

Für wen ist eine Solaranlage auf dem Camper nicht geeignet?

Wintercamping ist eine spannende Sache, zeigt aber die Grenzen einer Solaranlage auf dem Camper auf. Ebenso verhält es sich, wenn man bevorzugt mit dem Wohnmobil in Nordeuropa unterwegs ist. Denn: Eine Solaranlage wird umso schlechter funktionieren, je flacher der Einfallswinkel der Sonnenstrahlen ist. Dieses Defizit müsste man dann durch eine größere Auslegung der Anlage kompensieren, was nicht nur einen gewissen Platzbedarf bedeutet, sondern auch höhere Investitionen. Man sollte sich also bereits vorab überlegen, ob sich dieser Aufwand lohnt, wenn man gerne in sonnenärmeren Regionen unterwegs ist.

Was ist alles für eine Solaranlage auf dem Camper notwendig?

Eine Solaranlage setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen. Dabei sind einige für den Betrieb unbedingt erforderlich. Wenn es um die einzelnen Bauteile der Solaranlage geht, existieren verschiedene Technologien, um aus der Einstrahlung der Sonne Strom zu erzeugen, umzuwandeln, bereitzustellen und am Ende in einer Batterie für eine spätere Verwendung zu speichern.

Solarmodule für Camper

Solarmodule für Camper

Solarmodule bzw. Solarpanels

Solarpanels sind gewissermaßen das Herzstück einer jeden Solaranlage für den Camper. Polykristalline sowie monokristalline Solarzellen sind die beiden gängigsten Technologien, die in diesem Zusammenhang eingesetzt werden. Solarpanels sind in verschiedenen Leistungsstufen, in verschiedenen Spannungen und verschiedenen Größen erhältlich. Abhängig von ihrer Qualitätsstufe besitzen die Solarpanels einen höheren oder niedrigeren Wirkungsgrad, was sich letztlich häufig im Preis niederschlägt. Die Leistungsabgabe der Solarpanels wird mit der Einheit Watt Peak (WP) ausgedrückt. Hierunter ist die Nennleistung der Solarpanels unter bestimmten definierten Bedingungen zu verstehen.

Polykristalline oder monokristalline Solarpanels?

Das Herstellungsverfahren bildet den Unterschied der beiden Solartechniken. Monokristalline Solarpanels sind aufwendiger zu produzieren und daher preislich teurer als polykristalline Zellen. Jedoch ist der Wirkungsgrad von monokristallinen Solarzellen höher, was in der Regel einen höheren Solarertrag bedeutet. Zugleich benötigen polykristalline Solarpanels mehr Fläche als monokristalline mit derselben Leistung.

Der Platz auf dem Wohnmobil ist natürlich stets Mangelware. Daher sprechen alle Argumente für monokristalline Solarpanels, wenn es um eine Solaranlage für den Camper geht. Der preisliche Unterschied fällt nicht außergewöhnlich hoch aus, jedenfalls dann, wenn es nur um ein paar Quadratmeter auf einem Camper geht. Anders würde es natürlich auf einem großen Hausdach aussehen, auf dem viele Solarpanels Platz finden. Daher haben polykristalline Solarpanels ihre Daseinsberechtigung, sind jedoch für eine Solaranlage auf dem Camper aufgrund ihres Platzbedarfs eher weniger geeignet.

12-Volt oder 24-Volt-Module?

Auch wenn Solarpanels eigentlich 18 Volt und 36 Volt liefern, werden sie als 12-Volt-Module und 24-Volt-Module angeboten. Während ein 12-Volt-Solarpanel eine 12-Volt-Batterie laden kann, lässt sich mit einem 24-Volt-Solarmodul eine Batterie laden, die zwei 12-Volt-Zellen enthält, die in Reihe geschaltet sind.

Welche Leistung ist für den Camper notwendig?

Das Einsatzgebiet des Wohnwagens ist ein entscheidendes Kriterium für die Stromausbeute der Solaranlage auf dem Camper. Wenn es auf eine mehrwöchige Tour entlang der Küste Portugals gehen soll, wird man sich naturgemäß über mehr Sonnenenergie freuen können, als wenn es auf eine Winterreise zum Nordkap geht. Darüber hinaus sind auch die Dimensionen der Solaranlage ein wichtiges Kriterium. Die Panels sollten in ausreichender Zahl vorhanden und entsprechend groß dimensioniert sein, um ausreichend Energie erzeugen zu können.

Den Strombedarf ermitteln

Um die Leistung, die von der Solaranlage bereitgestellt werden soll, im Vorfeld zu ermitteln, macht man sich am besten daran, die gewünschten Stromquellen zu identifizieren und ihren Verbrauch zu überschlagen. Aus dem ermittelten Bedarf erhält man einen Anhaltspunkt, wie groß die Solaranlage für den Camper ausfallen sollte. Um diesen Bedarf zu ermitteln, benötigt es den jeweiligen Verbrauch der Geräte sowie die benötigte Spannung. Diese Zahlen werden dann mit der Anzahl der Stunden, die das jeweilige Gerät aller Voraussicht nach täglich genutzt wird, multipliziert. Als Ergebnis erhält man die täglich benötigte Leistung sowie die elektrische Ladung, welche die Anlage leisten sollte. Wenn man gleich mehrere Tage ohne externe Stromquelle zum Aufladen der Batterie auskommen möchte, multipliziert man das Ergebnis noch mit der Anzahl der Tage.

Schwankende Sonneneinstrahlung

Schwankende Sonneneinstrahlung

Schwankende Sonneneinstrahlung beachten

Die Solaranlage wird in der Praxis nur selten hundertprozentige Leistung erbringen können, beispielsweise, weil der Camper im Schatten abgestellt wurde oder einfach, weil die Sonne einmal nicht scheint. Zudem dürfen manche Batterietypen nicht komplett, sondern maximal bis zur Hälfte entladen werden. Daher ist es sinnvoll, einen Puffer mit einzurechnen. Sollte dies zu kompliziert klingen, findet man natürlich Unterstützung bei einem entsprechenden Fachhändler.

Damit Sie die Solaranlage für Ihren Camper finden können, der genau zu Ihren Vorstellungen und den Örtlichkeiten passt, an denen Sie Ihren Camper abstellen möchten, bieten wir Ihnen vor dem Kauf und der Installation einer Solaranlage ein Vorgespräch an. In diesem ermitteln wir gemeinsam mit Ihnen, welche Solaranlage die passende für Ihre Zwecke ist. Hierbei klären wir beispielsweise mit Ihnen, welche Geräte angeschlossen werden sollen und welche Reiseziele Sie zu welchen Jahreszeiten anfahren möchten.

Ist eine Solaranlage auf dem Dach des Campers ausreichend?

In erster Linie hängt der Strombedarf davon ab, wie viel elektrische Energie in den Momenten verbraucht wird, wenn sich die Sonne nicht zeigt. Wenn abends langsam die Dunkelheit einbricht, braucht es elektrisches Licht im Wohnmobil, der Fernseher läuft vielleicht und zusätzlich benötigen Kühlschrank sowie andere Aggregate ohnehin den ganzen Tag über Strom. Zu diesen Zeitpunkten ist es der Solaranlage aber nicht mehr möglich, Strom zu erzeugen, da die Sonne ja fehlt. Ebenso wird die Solaranlage deutlich weniger Energie liefern, wenn das Wohnmobil im Schatten abgestellt wird. Sofern die Batterie des Wohnmobils aber ausreichend dimensioniert ist und von der Solaranlage regelmäßig mit frischer elektrischer Energie versorgt wird, kann der Camper häufig auch tagelang entfernt von Steckdosen „überleben“.

Wie muss man die Solaranlage auf dem Camper ausrichten?

Damit die Solaranlage auf dem Camper elektrische Energie erzeugen kann, muss Sonne darauf scheinen. Im Idealfall wird die Solaranlage nach Süden ausgerichtet. Befestigt wird sie mit einem Winkel zwischen 20 und 50 Grad auf dem Dach des Campers. Sollte das Solarpanel flach auf dem Dach montiert sein, muss man von einer geringeren Leistungsfähigkeit ausgehen. In diesem Fall beträgt die Leistung etwa ein Viertel weniger.

Sofern ausreichend Platz auf dem Dach des Campers ist, lässt sich auch darüber nachdenken, zwei kleinere Module statt eines großen Moduls zu installieren. Dies hat den Vorteil, dass das zweite Modul weiterhin Strom produzieren kann, wenn das erste Modul verschattet ist.

Kosten einer Solaranlage

Kosten einer Solaranlage

Wie sieht es mit den Kosten für eine Solaranlage für den Camper aus?

Ein exakter Preis für eine Solaranlage für den Camper lässt sich an dieser Stelle nicht pauschal bestimmen. Als Faustregel gilt aber, dass Sie für gute 100-Watt-Solarpanels mit etwa 100 Euro rechnen müssen. Einen Solarregler, der hierzu passt, ist ebenfalls ab etwa 100 Euro erhältlich. Der Preis für den Solarregler ist abhängig von der Qualität sowie der Leistungsabgabe der Solarpanels. Der Einbaupreis schließlich hängt vom Aufwand und der Einbaulage ab.

Alles in allem können Sie für eine 100-Watt-Solaranlage inklusive Einbau und Mehrwertsteuer mit Kosten von etwa 450 Euro rechnen. Gerne unterbreiten wir Ihnen ein individuelles Angebot, sodass Sie abschätzen können, mit welchen Kosten zu rechnen ist.

Fazit: Macht eine Solaranlage für den Camper Sinn? In der Regel ist eine Solaranlage für den Camper auf Reisen eine gute Sache. Immerhin spendet sie ressourcenschonende und kostenfreie Energie und entlastet dabei die interne Stromversorgung des Campers. Auch die Kosten im niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich reißen kein allzu großes Loch in das finanzielle Urlaubsbudget.

Weniger nützlich ist eine Solaranlage auf dem Camper hingegen, wenn man ausschließlich Fahrten in sonnenarme Regionen unternehmen möchte – wobei dies sicherlich die wenigsten Personen tun, die sich mit dem Wohnmobil auf Reisen begeben. Gegen die Installation einer Solaranlage auf dem Camper spricht auch, wenn man lediglich Ausflüge auf Campingplätze unternehmen möchte, auf denen jederzeit eine ausreichende Stromversorgung zur Verfügung steht.

Legt man hingegen Wert auf Unabhängigkeit und Freiheit und möchte seine Reiseziele nicht davon abhängig machen, ob eine Stromversorgung vor Ort vorhanden ist, ist eine Solaranlage für den Camper mit Sicherheit eine sinnvolle Investition.